Ein Lehrling in Karaköy
Ali Şükrü Koçan wurde 1933 in Derepazarı bei Rize geboren. Seinen Vater und seine Schwester verlor er an die Tuberkulose; seine Mutter versuchte, mit dem Falten und Verkaufen von Papiertüten auf dem Markt über die Runden zu kommen. Als er sich auf den Weg machte, damit die Familie in Istanbul Fuß fassen konnte, war er zwölf Jahre alt.
Auf der Schiffswerft von Karaköy wurde er Lehrling bei einem Dreher, der Schiffe und Schiffsmotoren instand setzte. Es waren jene Motoren, von denen das Ingenieurwesen in den westlichen Sprachen seinen Namen hat — die Schule des angelernten Maschinenbauers. Mit siebzehn war er auf der Werft ein anerkannter Meister; das Schmieden und Umformen von Eisen lernte er dort ebenfalls, in den benachbarten Schmieden.
Seine letzte Arbeit bei seinem Meister war es, ein von der Armee ausgemustertes Schiff samt Motor und Krananlage zu überholen und wieder flottzumachen. Als er die Arbeit übergab, waren seine Vorbereitungen längst abgeschlossen: Sein Meister verabschiedete ihn mit Tränen am Bahnhof.




